Staffelgeschoss

Neue Anforderungen und neue Möglichkeiten in der Architektur

Drei Staffelgeschosse in einer Detailaufnahme

Staffelgeschoss am Beispiel des Chilehauses, Hamburg
Foto: LuxTonnere

Ein Staffelgeschoss nennt man ein Stockwerk, dessen Außenmauer nicht mit der darunterliegenden Mauer fluchtet, sondern etwas zurückversetzt auf der Decke des untenliegenden Geschosses liegt. Diese Bauweise kam verstärkt mit dem Einsatz der Stahlbeton-Skelettbauweise in den 1920ern in Mode. Bei der bis dahin eingesetzten Bauweise mit gemauerten Außenwänden und Holzbalkendecken ist ein echtes, gemauertes Staffelgeschoss aus statischen Gründen so gut wie unmöglich herzustellen.

Staffelgeschoss - systembedingte Probleme von Stahlbeton mit Möglichkeiten des Werkstoffs gelöst.

Bauwerke in Stahlbetonbauweise konnten einfach Höhen ereichen, die vorher nur Kirchen und vereinzelt Paläste mit einem Riesenaufwand ereicht hatten. Dadurch wuchs die Gefahr, dass sich die Straßen zu Straßenschluchten ohne Licht und mit langweiligen, sterotypen Fassaden entwickelten. Zuerst wurde man sich in New York, USA dieses Problems bewusst und reagierte mit angepassten Bauordnungen. Beim Aufkommen der Stahlbetonbauweise in Europa kannte man das Problem "Straßenschlucht" und hatte die Bauordnungen entsprechend der gemachten Erfahrungen angepasst. Um Straßenschluchten zu verhindern, setzte man jetzt ab einer gewissen Höhe auf Staffelgeschosse, die die Straße nach oben optisch erweiterten und die neuen Hochhäuser kleiner erschienen lassen, als sie tatsächlich waren.