

Schloss Bellevue, Blick in den Hof der dreiflügeligen Anlage
Das Schloss Bellevue in Berlin wurde 1785 bis 1786 errichtet. Im Auftrag von Ferdinand von Preußen entstand unter Einbeziehung vorhandener, älterer Gebäudesubstanz das erste klassizistische Schloss in Preußen. Mit diesem Schloss drückt sich das neue Denken im Preußen des Friedrich II aus, der obwohl er selbst noch als absolutistischer Herrscher angetreten war, viele aufklärerische Ideen einführte. Im Gegensatz zu seinem Bruder bewohnte Friedrich II aber noch ein barockes Schloss: Sanssouci.
Von 1843 bis 1865 wurde ein Teil des Hauptflügels als "Vaterländische Galerie" genutzt und war das erste preußische Museum für zeitgenössische Kunst. Nach dem ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie waren in den Seitenflügeln Mietwohnungen, im Hauptflügel Büros und zeitweilig ein Museum für deutsche Volkskunde. Das Schloss wurde schließlich 1938 als Gästehaus der Reichsregierung umgebaut, dieser Umbau brachte u.a. auch den neugestalteten Mitteleingang ans Schloss. Im zweiten Weltkrieg brannte das Schloss nach Bombentreffern aus und wurde nach 1954 wiederaufgebaut. Seit 1958 ist es der Sitz des Bundespräsidenten in Berlin.
Bildmitte: Schloss Bellevue, oberhalb fließt die Spree.