Oberlicht

Ein Oberlicht findet man in der Decke und überhalb von Fenster und Türen.

Oberlicht in einer Kuppel

Kuppel mit integriertem Oberlicht

Oberlicht in der Decke

Das Oberlicht in der Decke von Wohngebäuden stammt ursprünglich wohl noch aus dem Tempelbau und war damals noch nicht verglast. Den Göttern wurden in der Antike unter anderem Brandopfer dargebracht und das Loch in der Decke war einfach technisch notwendig, damit der Rauch abziehen konnte. Das Loch in der Decke ist architekturgeschichtlich älter als der Schornstein.
Neben dem rein technischen Zweck diente das Oberlicht in Tempeln auch mystischen Zwecken, es war die Verbindung zum Himmel, zur Götterwelt. In Bürgerhäuser und Paläste wurde das Oberlicht in der Decke gerne übernommen, weil so die Bewohner ebenfalls näher an den Göttern waren. Außerdem sah es schon damals einfach gut aus und verlieh den Räumen eine repräsentative Aura. In späteren Zeiten verlor das Motiv "Nähe zu den Göttern" an Einfluss und es überwogen ästhetische und praktische Überlegungen. Die Oberlichter waren nicht mehr Rauchöffnungen, sondern sie wurden verglast. Ein Oberlicht in Palästen und Kirchen wurde trotzdem noch gerne mit einem "Auge Gottes" oder zumindest einem Strahlenkranz verziert. An anderen Orten wie bspw. einem Treppenhaus oder einer Werkstatt fehlte jede Verzierung und das Oberlicht war nur noch praktisch.

Jugendstilfenster mit Oberlicht

Fenster mit Oberlicht in einem Jugendstilgebäude

Oberlicht über Fenster und Türen

Ein Oberlicht über einem Fenster oder einer Tür ist ein zusätzlicher Fensterflügel, der vom eigentlichen Fenster oder der Tür mechanisch entkoppelt ist. Tür oder Fenster lassen sich unabhängig vom Oberlicht öffnen. Manchmal sitzt das Oberlicht nicht im gleichen Rahmen, sondern ist durch einen schmalen Mauerstreifen von Fenster/Tür getrennt und nur gestalterisch mit diesen verbunden.
Große Glasflächen herzustellen war noch im 19. Jahrhundert eine schwierige und kostspielige Angelegenheit, weshalb man die Fenster in kleine Felder aufteilte. So wurden zunächst Butzen- und später Sprossenfenster entwickelt. Im Laufe der Zeit wurde die feingliederige Aufteilung der Fenster bewußt als Gestaltungselement der Fassade genutzt.