Neoromanik

Neue deutsche Burgenromantik

Polizeiwache in der Hamburger Speicherstadt im Stil der Neoromanik

Neoromanische Polizeiwache Kehrwiederspitze in der Hamburger Speicherstadt

Nachdem im 19. Jahrhundert die Kleinstaaterei in Deutschland endete, war man auf der Suche nach einem typisch deutschen Baustil, der den Staat architektonisch repräsentieren sollte. Man besann sich hierfür auf die Romanik. Die zuendegehende Zeit der Romantik hatte ein Bild vom Mittelalter hinterlassen, das von Burgen, Rittern und Burgfräulein geprägt war. Vereinzelt wurden im 19. Jahrhundert sogar alte Burgruinen restauriert.
Neben dem Neoklassizismus war die Neoromanik die zweite Architekturform für staatliche oder staatstragende Architektur. Während der Neoklassizismus vor allem für Verwaltungsgebäude verwendet wurde, baut man im Stil der Neoromanik hauptsächlich Gebäude, die die Macht der Obrigkeit demonstrieren sollten: Gerichtsgebäude, Polizeiwachen und Gefängnisse. Beliebt war die Neoromanik auch als Baustil für Kirchen. Wohngebäude im Stil der Neoromanik sind dagegen kaum bekannt.
Die Neoromanik zeichnet sich durch die Verwendung von Rundbögen, Säulen und kleinen Fenstern im Stil der Romanik aus. Ausserdem ist der Baukörper oft so gegliedert, dass Assoziationen an eine Burg aufkommen.