Klassizismus

Brandenburger Tor, ein Bau im Stil des Klassizismus aus dem Jahr 1791

Das klassizistische Brandenburger Tor in Berlin, Baujahr 1788 bis 1791.

Der Klassizismus ist der älteste Baustil, der auf dieser website behandelt wird. Er prägt die Architektur zu Beginn des industriellen Zeitalters, war aber teilweise schon bedeutend früher in der Architektur angewandt worden.

Feudalsystem am Ende

Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlor der Adel in Europa an Einfluss und musste Macht und Einfluss an ein selbstbewusstes Bürgertum abgeben. Der Barockstil in der Architektur galt als ein Symbol für die Verschwendungssucht des überkommenen Adels. Nachdem das Bürgertum zu eigenem Wohlstand gekommen war, machte man sich auch Gedanken um die Gestaltung der Bürgerhäuser und kam schließlich auf den Klassizismus.

Ideen der klassischen Antike auch in der Architektur

Zu der Zeit waren die Menschen fasziniert von den Ideen der klassischen Antike: Republik oder sogar Demokratie waren Gesellschaftsformen, die das Feudalsystem ersetzen sollten. Folgerichtig setzte auch die Architektur auf die Antike mit Ihren geradlinigen und klaren Formen. Auf übermäßige Verschwendung in Form von Stuckgirlanden und ähnlichem wurde konsequent verzichtet, die Gebäude wirkten alleine durch ihre klare Form und ausgewogenen Proportionen. Wenn Schmuck oder Dekoration eingesetzt wurde, dann dazu, die klare Form zu betonen.
An so manchem Marktplatz aus der Zeit des Klassizismus kann man heute noch ablesen, wie sich die Menschen zwischen 1790 und 1840 Athen oder Rom vorstellten. Tatsächlich mit eigenen Augen erlebt haben es damals die wenigsten. Der bekannteste Zeitgenosse, der Rom selber erlebt hatte, war sicherlich Goethe.