Heimatstil

Der vergessene Bruder von Bauhaus und Art Deco

Heimatstil-Doppelhaus im Ruhrgebiet

Haus im Heimatstil in der Bergarbeitersiedlung Teutoburgia

Der Heimatstil war ein Nachfolger des Jugendstils und koexistierte von etwa 1910 bis in die frühen 50er Jahre des 20. Jahrhunderts mit Bauhaus und Art Deco.
Im Gegensatz zu den beiden genannten Architekturstilen war der Heimatstil aber keine völlige Abkehr vom Jugendstil, sondern dessen logische Weiterentwicklung. Der Jugendstil war als Antwort auf die Entfremdung des Menschen von der Natur gedacht, die die Industrialisierung mit sich brachte. Der Heimatstil gestaltete die Wohngebäude nun nicht mehr so, dass Ihr Charakter als Gebäude durch florale Ornamente getarnt wurde. "Zurück zur Natur" hieß nun Rückgriff auf die überlieferten ländlichen Bautraditionen. Die Gebäude wurden so gestaltet, dass sie dem ländlichen Baustil in der Region ähnelten. Neben der Erinnerung an die naturverbundene Lebensweise haben die Gebäude immer auch einen regionalen Bezug.

Der Stil der Vororte und Kleinstädte

Gebäude im Heimatstil sind im Stil der regional üblichen Dorf- und Kleinstadtarchitektur gebaut, haben aber nie eine landwirtschaftliche Funktion. Als Wohngebäude bilden sie typischerweise Siedlungen, die innerhalb weniger Jahre in (damaligen) Neubaugebieten gebaut wurden und oft als Ensemble geplant waren. Als öffentliche Gebäude sind sie Rathäuser, Bahnhöfe und ähnliches in Vororten oder Kleinstädten.