Blockrandbebauung

Blockrandbebauung Ende 19. Anfang 20. Jahrhundert im  Luftbild

Blockrandbebauung mit grünem Innenhof im Luftbild

Blockrandbebauung ist die typische Erscheinungsform von Altbauten in Europas Großstädten und Metropolen im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert. Wie der Name schon sagt, spricht man dann von einer Blockrandbebauung, wenn der Rand eines durch Straßen oder Wege abgegrenzten Blocks (nahezu) vollständig überbaut ist. Oft sind sämtliche Gebäude am Rand eines solchen Blocks gleich oder sehr ähnlich strukturiert und unterscheiden sich nur in der Dekoration. In solchen Fällen ist davon auszugehen, dass der Altbaublock in seiner Gesamtheit ursprünglich von einem einzigen Architekten geplant und durch nur einen Bauherrn in Auftrag gegeben wurde. Ein Altbau in Blockrandbebauung ist üblicherweise ein Mehrfamilienhaus mit 3 bis 6 Stockwerken und dementsprechend 6 bis 18 Mietparteien oder Wohnungseigentümern.

Im Inneren eines solchen Blocks liegt ein Innenhof. Die Größe des Innenhofes kann als ein Kriterium für die Wertigkeit eines Altbaus herangezogen werden. Einfache Mietskasernen bieten nur einen vergrößerten Lichtschacht, hinter Bürgerhäusern befinden sich manchmal Innenhöfe, die in ihrer Größe schon an einen Park heranreichen.

Die zu kleinen Innenhöfe der Mietskasernen waren es, die Altbauten eine Zeit lang unbeliebt machten. In den ohnehin schon kleinen und engen Innenhöfe war in vielen Fällen noch Gewerbe angesiedelt und sorgte für Lärm- und Geruchsbelästigung. Alle Altbauten - auch die Bürgerhäuser - standen damals im Ruf, unmodern und ungesund für die Bewohner zu sein. Die Antwort auf die geänderten Vorlieben der Bewohner war damals (seit etwa 1920) die Zeilenbauweise.
Seit etwa 1975 steigen Altbauten in der Beliebtheit. In den Innenhöfen der einfacheren Mietskasernen verschwand das Gewerbe, so dass heute auch hier ausreichend Licht und Luft zur Verfügung steht.